IFeL blog

Structure, Dialogue and Autonomy


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Storytellingworkshops für den Hochschulunterricht

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Geht es Ihnen auch so? Wenn Sie sich wie ich mit dem Storytelling im Hochschulkontext beschäftigen, dann ist das Resultat nicht selten frustrierend. Denn obwohl Storytelling mittlerweile in zahlreichen Gebieten unseres Lebens und Arbeitens zum guten Ton gehört, findet man im tertiären Bildungsbereich nur wenig Brauchbares dazu. Somit wird eine grosse Chance verpasst, das Lernen effektiver, reichhaltiger und motivierter zu machen. Wir möchten das ändern und organisieren 5 virtuelle Workshops zum Thema.

Die Storytelling Revolution

Immerhin spricht Kirnan von einer Storytelling Revolution. In Primarschulen schon lange etabliert und aus der Kindheit nicht weg zu denken, haben Geschichten auf ihrem Siegeszug auch vor der Businesswelt nicht halt gemacht. Journalismus wird heute in allererster Linie mit Geschichten gemacht. Ebenso ist das Marketing einer Firma nur so gut, wie die Story, die dahinter steht.

Storytelling will gelernt sein

Aber der richtige Einsatz von Geschichten will gelernt sein. Und so bieten verschiedene Hochschulen Aus- und Weiterbildungsgänge an, in denen man lernt, wie man ein guter Geschichtenschreiber wird oder seine Story wettbewerbstauglich an den Mann und die Frau bringt.
Allerdings scheinen die Hochschuldozierenden selbst von dieser Story-Revolution kaum berührt zu werden. Zumindest finden sich nur wenige Initiativen im World Wide Web, in denen Storytelling in der Hochschuldidaktik zum Einsatz kommt.

Schluss mit Frust!

Grund genug, dies zu ändern. Wir haben deshalb 5 namhafte Storytellingexperten im deutschsprachigen Raum eingeladen, um Ihnen zu zeigen, dass mit der richtigen Herangehensweise narrative Methoden auch im Hochschulunterricht ihre Berechtigung haben. In Form von 5 virtuellen Workshops können Sie selbst ausprobieren, was alles möglich ist.

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Etwas für Sie?

Suchen Sie nach Möglichkeiten, Ihre Studierenden beim Reflektieren oder Anwenden des Gelernten zu unterstützen? Fragen Sie sich auch, wie Sie an das stille Wissen in den Köpfen Ihrer Studierenden kommen? Oder möchten Sie die Zusammenarbeit unter den Lernenden fördern? Jeder dieser online Workshops behandelt einen anderen Aspekt von Storytelling im Hochschulunterricht.

Wir freuen uns!

Wenn Sie neugierig geworden sind, hier geht’s zur Webseite: www.ffhs.ch/vis  

Viel Spass beim Stöbern! 🙂
Nicole Bittel
Forschungsfeldleiterin IFeL

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SeLC und SPL: Unsere Eindrücke

Am 14.-15. April 2015 fand die Swiss Professional Learning Fachmesse sowie die Swiss eLearning Conference bereits jeweils zum 7. und 6. Mal statt. Das IFeL war, wie auch in den letzten Jahren bei diesen Events präsent; und zwar mit zwei Themen: Vorausblickende Betreuung der Online-Prozesse, vertreten durch Marc Garbely, sowie Einsatz adaptiver Lernumgebungen im Bildungskontext, vertreten durch Prof. Per Bergamin und Anna Lupandina.

An den zwei Präsentationen zum ersten der beiden Themen waren auf der Aktionsfläche Training jeweils zahlreiche Zuschauer anwesend, die den Ausführungen gespannt folgten und eifrig Notizen machten. Die aus dem CAS eDidactics stammende Thematik animierte dabei eine erfreuliche Anzahl von Personen dazu, im Anschluss an die Präsentation mehr über dieses CAS-Studienangebot der FFHS erfahren zu wollen. Hierbei ergaben sich spannende Gespräche über das technologiegestützte Lernen und Lehren.

Die beiden weiteren Präsentationen sensibilisierten die Zuschauer zum Thema adaptives Lernen. Sie thematisierten die Möglichkeiten der Umwandlung eines Standard-LCMS in eine adaptive Umgebung, sowie die damit verbundenen Prozesse. Die aufmerksamen Blicke der zahlreichen Zuhörer, sowie intensive Diskussionen während und nach den Vorträgen verdeutlichen die Aktualität des Inhalts. Der Renner im Fachpublikum war eindeutig die Pespektive der Anpassung an emotionale Zustände der Lernernenden, und bei Facial Action Coding Systems (FACS) auszumachen.

Uns von der FFHS hat die positive Stimmung und das engagierte Feedback der Zuhörer begeistert. Wir sehen uns nächstes Jahr und freuen uns darauf!

Hier geht es zum Download der Präsentationsfolien:

Personalisiertes Lernen: Einen adaptiven Kurs in einem LCMS bauen?

Analysieren, bewerten, vorschlagen: Adaptive Lernumgebung denkt mit.


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Film und Video in der Lehre in übersichtlicher und themenzentrierter Form

Am 28. Februar (Freitag) und am 1. März ( Samstag) fand an der PH Wallis in Brig eine Forschungswerkstatt statt: “Video- und textgestützte Fallarbeit zu dokumentarischen und fiktionalen Unterrichtsepisoden – eine hochschuldidaktische Werkstatt”.

Das Programm eröffnete Edmund Steiner mit einer “Landkarte” zur Pädagogischen Kasuistik (Fallarbeit). Darin ordnete er Methoden und Anwendungen der Fallarbeit mit Text und Film. Insgesamt wurden drei Arten der Fallareit behandelt: Video, Filmausschnitte, Literatur.
Die Arbeit mit realen und fiktiven Videoaufnahmen zur Fallarbeit in Aus- und Fortbildung für Lehrpersonen war die Forstsetzung vom letzten Jahr  (Beträge von Matthias Oggier und Amélie Bourban, PH VS; Kathrin Kammer, PH Luzern). Es gibt ein Fallarchiv von der Universität Tübingen, das letztes Jahr vorgestellt wurde. Die PH Wallis überlegt, dort mitzumachen oder ein eigenes Fallarchiv aufzubauen. Unser Beitrag (Egon Werlen, Marc Garbely) “Videobasierte Fallarbeit mit Eye-TrackingEye-Tracker. Aus der Sicht der Beteiligten” stellt eine spannende Erweiterung in diesen Bereich dar. Das zweite Thema, der Einsatz von Filmen und Filmausschnitten in der Aus- und Fortbildung für Lehrpersonen, wurde von Charles Martig vom Katholischen Mediendienst (Zürich) überzeugend mit Ausführungen zur Rezeption von Filmen und wie diese in der Lehre eingesetzt werden können, dargestellt. Das dritte Thema war die Präsentation eines Systems zum Einsatz von Fallbeispielen aus der Literatur in der Aus- und Fortbildung für Lehrpersonen (Harald Spann, PH Oberösterreich).

Diese hochschuldidaktische Werkstatt  fand ein einem überzeugenden Rahmen statt.
Mit 20 bis 30 Beteiligten und vielen Möglichkeiten zu Diskussionen in und ausserhalb der Werkstatt ist es möglich gezielt und ausgiebig über ein eingegrenztes Thema nachzudenken und es weiter zu entwickeln.
Bei mir ergaben sich ein paar neue Ideen zur Weiterentwicklung von Fallarbeit mit Videos und dem gezielten Einsatz von Filmauschnitten in der Erwachsenenbildung.


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Im Auge des Betrachters

Aufgrund unserer gemeinsamen Forschungsinteressen haben wir in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der TU Wien (Gergely Rakoczi, Margit Pohl) für das “Lehrbuch für Lernen und Lehren mit neuen Technologien” (L3T) einen Artikel zur visuellen Gestaltung von Lernmaterialien- und Applikationen unter dem Titel “Sieht gut aus – Visuelle Gestaltung auf wahrnehmungspsychologischen Grundlagen” verfasst.

Die visuelle Gestaltung von Lehr- und Lernmaterialien wird häufig nach reinem Gutdünken vorgenommen und hat oft zum Ziel, bestimmte Inhalte gut aussehen zu lassen. In unserem Kapitel wollen wir aber gerade darauf hinweisen, dass die visuelle Gestaltung nicht reines “Stilmittel” ist, sondern darüber hinaus auch sehr wohl “funktional” eingesetzt werden kann (bspw. zur Aufmerksamkeitssteuerung) oder sinnvolle Gestaltungsrichtlinien aus der Kenntnis unseres Wahrnehmungssystems abgeleitet werden können (bspw. bei der Typographie).

Für Interessierte ist der Artikel über diesen Link frei zugänglich:

http://l3t.eu/homepage/das-buch/ebook-2013/kapitel/lesen/o/id/99

Ich hoffe es ist uns gemeinsam gelungen aufzuzeigen, dass die visuelle Gestaltung von Lerninhalten- und Applikationen nicht nur eine Frage des “schön Aussehens” ist, sondern dass sie auch gezielt bestimmte Funktionen erfüllen oder Wahrnehmungsprozesse steuern/beeinflussen kann. Was denken Sie?


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Blended Moocs

An der San Jose State University im Silicon Valley und an anderen Hochschulen sind Pilotprogramme mit Blended Modulen, einer Kombination von lokalem Unterricht mit eigenen Dozierenden und speziell adaptiertem MOOC-Material des M.I.T., gestartet worden. In der Folge wurden auch die Vorlesungen zu Studienbetreuung in Kleingruppen umgearbeitet. In einem Artikel der New York Times wird zusammen gefasst:

Die Resultate waren eindrücklich, 91% der Studierenden in den Blended Modulen bestanden die Prüfung, verglichen mit 59% im traditionellen Kurs.
“The results were striking: 91 percent of those in the blended section passed, compared with 59 percent in the traditional class.”

Das ist Fakor 1.5. Wir können hier mit offenem Mund eine Verbesserung in der Studienleistung beobachten, welche bisherige, kombinierte Anstrengungen im didaktischen Support alt aussehen lassen (wie wir in der Schweiz sagen). Der Einsatz von MOOC-Material scheint den Dreh zu schaffen, dass die Studierenden tatsächlich individuell und in ihrem eigenen Rhythmus dem Lehr-Vortrag folgen und mitdenken – ohne methodischen Overload. Allerdings betreut von Dozierenden, die nun Zeit haben, mit den Studierenden an kleinen Projekten zu arbeiten. In einem anderen Projekt sogar rund um die Uhr (!) betreut von Online Mentor/innen. Das ganze wurde in zwei, drei Monaten auf die Beine gestellt in einer Zusammenarbeit von West- und Ost-Küsten-Unis. Die Projektleiter beobachten die Resultate mit dem Auge des empirischen Wissenschaftlers (und des Unternehmers). Wenn es gut funktioniert, wird es ausgeweitet.

Unbedingt lesenswert der Artikel. Können wir das mal nachmachen?


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Fall-Laboratorium für eine bessere Lehre

Im Rahmen der Forschungswerkstatt “Videogestützte Fall- und Forschungsarbeit” an der PHVS (siehe auch den Beitrag “Videokodierung leicht gemacht!” von Egon Werlen) haben Annika Goeze und Sabine Digel von der Universität Tübingen ihr Fall-Laboratorium vorgestellt. Diese, sich im Aufbau befindende Online-Plattform bietet angehenden wie erfahrenen Lehrpersonen die Möglichkeit ausgewählte Unterrichtssituationen aus unterschiedlichen Schulstufen didaktisch-methodisch zu analysieren und in der Gruppe zu evaluieren. In über 100 Videoausschnitten, die zwischen 5 und 18 Minuten dauern, werden jeweils in zwei parallel laufenden Videos die Lehrperson und Lerngruppe in Interaktion gezeigt.

fall-laboratorium

 (mit freundlicher Genehmigung der Universität Tübingen)

Die sehr intuitiv zu bedienende Online-Plattform als Instrument für Fremdevaluation von Unterricht kann u.a. im Rahmen der Lehreraus- oder -weiterbildung eingesetzt werden. Die einzelnen Videosequenzen lassen sich nach Bedarf der Ausbildungssituation individuell zu einer Serie zusammenstellen. Mitunter bietet die Plattform neben den Videos auch eine Reihe von zuschaltbaren Hilfestellungen bzw. Zusatzinformationen. So ist es beispielsweise möglich zum konkreten Fall didaktische Überlegungen aus der Lehrerperspektive oder Eindrücke aus der Schülerperspektive in Textform einzublenden. Ebenso sind auf Wunsch passende theoretische Grundlagen zum gezeigten Fall ersichtlich. Die Plattform bietet schliesslich die Möglichkeit eigene Notizen zum Fall online in der Gruppe auszutauschen oder über die Forum- oder Chatfunktion zu kommunizieren.

Fazit: Das Tübinger Online-Werkzeug eignet sich für Novizen gleichermassen wie für erfahrene Lehrpersonen, die durch Fremdevaluation ihre didaktisch-methodischen Kenntnisse mithilfe von Praxisbeispielen vertiefen wollen.

Weitere Informationen finden Sie hier.


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Wie haben Sie das gemacht, Ms. Mooc?

Die drei Mooc-Geschwister sind auf Europa-Tournee und wir hatten Gelegenheit zu einem Interview. Wir wollten von ihnen wissen, ob sie ihre innovativen Ideen auch für unseren Alltag empfehlen können. Structure, Dialogue und Autonomy Mooc sind derzeit weltweit in allen Medien, nur aufgrund guter Beziehungen konnten wir die Drei für ein Gespräch im Zürcher Clouds gewinnen.

Clouds, Prime Tower, Zürich

Radio IFeL: Ms. Mooc, Sie und Ihre Geschwister haben „offene“ Online-Kurse propagiert und selber durchgeführt. Offen heisst zunächst einmal frei zugänglich im Web, es kann aber auch jedes Mal neu eine bestimmte Kursform gewählt werden. Sie selbst haben aber festgehalten, dass Sie viel Wert auf das Format eines Kurses legen. Könnten Sie uns diesen Widerspruch erklären?

Structure Mooc: Das ist für mich kein Widerspruch, sondern selbstverständlich: Sobald einmal festgelegt, sind die Abmachungen in einem Kurs verbindlich für alle Beteiligten. Ich bin überzeugt, dass klare Orientierung und Verbindlichkeit die entscheidenden Elemente fürs Lernen, vor allem fürs gemeinsame Lernen, sind und dies umfasst die Kursform, den Aufbau, die Rhythmisierung usw.

IFeL: Für Sie, Mr. Dialogue Mooc, ist umgekehrt die Lehrperson das Wichtigste in so einem Kurs?

Dialogue Mooc: Oh ja, die Lehrpersonen sind für mich ein zentraler Teil des ganzen Online-Angebots, so wie übrigens auch ein zentraler Teil eines ganz bodenständigen Lehrangebots. Eine Lehrperson steht nicht alleine in der Wüste und predigt, sondern sie ist Teil einer Inszenierung, sie muss gefasst werden, so wie eine Stimme unterstützt wird durch Instrumente, ein ganzes Orchester, dann trägt sie der Rundfunk in alle Welt hinaus.

Autonomy Mooc: Wenn ich dazu etwas einwenden darf. Mein Bruder lässt sich da jeweils über eine Klippe in den Abgrund treiben. Lernen ist denn doch einiges komplexer als Senden und Empfangen. Sorry, dass ich das zu einem Radio-Macher sagen muss.

IFeL: Kein Problem. Sie, Ms. Autonomy Mooc, sind als jüngste Schwester so etwas wie der Publikumsliebling geworden, wenn ich all die Berichte zu Ihren Ideen überblicke. Wie ist es dazu gekommen?

A.M.: Nun, mein Name hat wohl etwas Verlockendes. Ich bin allerdings nicht so sicher, ob ich bei unserem Publikum beliebt bin, ich kann sehr anstrengend sein, auch für meine Fans. Mein Anliegen ist es, die Selbständigkeit der Lernenden zu fördern, ohne dass unser Projekt ins Laisser-faire kippt, und deshalb bin ich so weit mit meinem Bruder einig, auch Selbständigkeit muss wie eine Stimme erarbeitet und gefasst werden. Wie Sie sehen ist unser Rezept, dass wir immer wieder den Ausgleich untereinander suchen,

IFeL: Interessant, wie machen Sie dies denn bezüglich der Selbständigkeit im Lernen?

A.M.: Ich höre im Wort Selbständigkeit das Spannungsfeld „Konstanz und Veränderung“ anklingen, welches sich uns beim Lernen als Aufgabe stellt. Zusammen mit meiner Schwester arbeiten wir folglich daran, die Lernzeit so offen wie sinnvoll und so kontrolliert wie nötig zu gestalten.

IFeL: Vielen Dank an die Geschwister Mooc. Wir machen hier nach einer kurzen Werbepause weiter. Sie, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, können sich wie immer auf diesem Kanal mit Fragen einbringen. Bis gleich.