IFeL blog

Structure, Dialogue and Autonomy


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Digitalisierung der Hochschulen

Jörg Dräger (Bertelsmann Stiftung) formuliert in einem YouTube Video ein paar interessante und diskussionswerte Thesen zur Digitalisierung der Hochschule:

  • Ist es ein Angriff auf das Bildungsbürgertum?
  • Ermöglicht die kommende Personlisierung der Lerninhalte über grosse Plattformen, Unterrichtsformen die bisher nur über teuer bezahlte Tutoren möglich waren?
  • Ergeben sich durch das “Matching” von Kompetenzen und Bildungsinhalten neue berufliche Karrieren und damit neue Chancen für Personen die bisher davon ausgeschlossen waren?
  • Wird die Bildungswelt durch die Digitalisierung global?
  • Wird durch die Digitalisierung der Hochschulen  das humbodtsche Bildungsziel “Gute Bildung für Alle” endlich umgesetzt?
  • Ist die eigentliche Herausforderung für die Hochschulen nicht einfach, das Analoge durch das Digitale zu ersetzen?

https://twitter.com/per63vsch/status/656477346233516032


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Fostering Self-regulated Learning by Flexible Learning

Individualised learning has turned into a buzzword in higher education didactics’ publications. Especially in the context of new learning technologies respectively the use of new technologies individualisation is mentioned in connection with flexibility. In addition, flexibility is often thought to help coping with changes in higher education and its organisations.

But let’s ask what forms of flexibility are envisioned with this: Flexible learning within a time limit? Arranging one’s own curriculum? Choosing between different types of examination?

Looking deeper into this topic, it becomes obvious that the term flexibility is usually used ingenuously or downright naïvely. Comparing various publications, two common aspects can be exposed anyway: 1) enabling a choice out of a set of different learning activities and 2) self-regulation is a precondition of such a choice.

In one of our studies, we investigated what factors of flexible learning were important to students and how self-regulated and flexible learning are correlated.

We found, that students care for time- and content-flexibility in their learning process. Another crucial factor they care for is the contact to a teacher. Interestingly enough we also found, that students perceiving high flexibility around these three factors, also adopt more self-regulation strategies for their learning.

Based on this, we assume with good reasons that flexibility in time, content, and teacher contact is a precondition for enabling self-regulated learning.

More details about the investigation can be found online:
http://www.irrodl.org/index.php/irrodl/article/view/1124.


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Tablet Didactics III: Rezeptives vs. produktives Lernen

Der schnelle Zugang zu Informationen und Plattformen durch Tablets könnte dazu verleiten anzunehmen, dass deren Einsatz im Unterricht zu mehr produktivem oder anders gesagt konstruktivem Lernen führen. Unter anderen beschäftigte uns diese Frage im Rahmen eines Pilotversuchs an der Fernfachhochschule  Schweiz mit über 60 Studierenden. Auf die Frage, wie oft Sie das Tablet für welche Lernaktivitäten verwendet haben, ergab sich eine interessante Verteilung:

Teilt man die in der Grafik aufgeführten Aktivitäten in rezeptive (passive) und produktive (aktive) Lerntätigkeiten ein, so ist es im Falle unserer Stichprobe so, dass mehrheitlich, von den Studierenden rezeptive Lerntätigkeiten ausgeführt wurden. Wenn aktive Tätigkeiten ausgeführt wurden, handelt es sich einfach Produktionen wie z.B. Notizen erstellen. Es stellt sich natürlich hier die Frage, ob dies eher curricular bedingt ist, die Geräte immer noch zu hohe Hürden für produktive Lernaktivitäten darstellen oder ob es an der Motivation und allenfalls Medienkompetenz der Studierenden fehlt?


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Tablet Didactics II: Zugang und Lernen?

Tablet-Computer sollen ja aufgrund ihrer guten Bedienbarkeit und vor allem aufgrund des einfachen und schnellen Zugangs zu Informationen das Lernen fördern. Diese Hypothese wird heute oft wiederholt. Die Frage ist, was einfacher und schneller Zugang bedeutet? Bezieht sich das eher auf die Gerätefunktionen und weniger auf Lernfunktionen?

In der Tat ist das Aufstarten von Tablets schneller als bei Laptops, von „Aus“ bis arbeitsfähig ohnehin, meist aber von Ruhezustand bis arbeitsfähig dank längerer Batterielaufzeit. Auch die Software ist meist schnell gestartet und eindeutige Vorteile bestehen bei Kauf- und Installationsprozessen, wenn man iTunes-Store & Co. nutzt. Komplizierter wird es schon, wenn Dateien archivieren, teilen und wiedernutzen ansteht: iCloud, Dropbox, Teamdrive etc. bieten Hilfe, allerdings verliert sich in diesem Feld der Vorsprung des Tablets gegenüber dem Laptop.

Zudem besteht eine grundlegendere Problematik darin, dass Informationen verarbeiten, nicht gleich Lernen ist. Der Zugang zu guten Lernmaterialien ist noch rar, besonders wenn wir formale Bildungskontexte und deren obligatorische Literatur einbeziehen. Hier gibt es aber vielversprechende Anzeichen, dass sich die Situation rasch bessert. Mehr dazu aber später in diesem Blog.

Vorher beschäftigen mich zwei andere Fragen im Lernkontext, sie bilden quasi eine Voraussetzung um Lernen mit entsprechenden Devices neuester Generation überhaupt zu fördern:

  1. Ist die Usability von Tablets so gut, dass die Studierenden keine Probleme haben, sie im Lernkontext zu nutzen?
  2. Und die von unseren Studierenden gewünschten Lehrtexte, können diese auf dem Tablet gelesen werden?

Unsere Evaluationsstudie mit Studierenden hat gezeigt, dass zwei Drittel keine/kaum Probleme mit der Bedienung der Tablets hatte und ein Drittel einige/viele Probleme. Interessant daran ist, dass ganze 70% der Informatikstudierenden im Feld keine Einführung zu den im Studium verwendeten Apps wollte, während von den Wirtschaftsstudierenden umgekehrt ganze zwei Drittel eine solche Einführung wünschten. Spielt hier die Medien und Informatik-Kompetenz eine Rolle?

Beim Lesen von Lerntexten ist die Situation schon eindeutiger: Im Rahmen unserer entsprechenden Studien haben wir weitgehend gute Resultate fürs Lesen auf Tablets festgestellt.


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Tablet Didactics I: Erwartungen ans mobile Lernen

Immer mehr Projekte mit mobilen Tablet-Rechnern werden an Schulen und Hochschulen durchgeführt. Mobile Learning ist sicherlich ein Medienhype und deshalb auch eine gute Möglichkeit, sich als innovative Bildungsinstitution darzustellen. Ich denke allerdings, die Tablets haben eine gute Chance zur Normalität zu werden.

Im Rahmen eines Pilotversuchs an der Fernfachhochschule Schweiz mit über 60 Studierenden, welcher durch unser Institut für Fernstudien- und eLearningforschung (IFeL) begleitet wurde, haben wir in diesem Wintersemester gefragt, was die Erwartungen der Studierenden an mobile Geräte seien, welche Vorteile, welche Hindernisse fürs Lernen sie sich vorstellen. Die Ergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen; erwartet wurden:

  • Lehrtexte 72%
  • Übungen 68%
  • Videos und Podcasts 68%
  • Kommunikationsmöglichkeiten 50%
  • Links zu Videos und Blogs 40%.

Eine Überraschung! Unsere Hypothese war gewesen, dass der einfache Zugang ohne Aufstartzeit oder Passworteingabe sowie die ständige Verfügbarkeit, die Erwartungen in Richtung Kommunikation, Disput und Austausch, also ein aktives, kollaboratives Lernverhalten leiten würde.

Mit den Lehrtexten, Übungen und Videos wurden von den Studierenden vor allem rezeptive, individuelle Lernverhalten genannt.

Ich frage mich nun, liegen dem Lernen eben gerade andere Verhaltensweisen und Funktionen zu Grunde als dem sonstigen sozialen Austausch? Und bevor ich weitere Erkenntnisse verbreite, nähme mich wunder, ob andere dieselbe Erfahrung gemacht haben?


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Digitale Rechte für die Lehre: Ein Projekt

Das Projekt DICE (Digital Copyright in E-Learning) beschäftigt sich mit den Fragen rund um das Urheberrecht in der Lehre. Die Fernfachhochschule Schweiz bzw. das Institut für Fernstudien- und eLearningfoschung IFeL sind wesentlich am Projekt beteiligt.

Projektpartner sind:

  • Università della Svizzera italiana (USI), Lugano
  • Fernfachhochschule Schweiz (FFHS), Brig
  • Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETHZ)
  • Université de Genève (UNIGE)

DICE möchte Mitarbeiter und Dozenten der Schweizer Hochschulen bei der Verwaltung von Urheberrechten und digitalen Inhalten für eLearning unterstützen.

Die Ziele von DICE sind:

  • Mitarbeiter und Dozenten an Schweizer Hochschulen auf das Urheberrecht im Zusammenhang mit digitalen Inhalten zu sensibilisieren; solide Grundkenntnisse zu vermitteln sowie Ängste abzubauen.
  • Den Mitarbeitern und Dozenten einen „Werkzeugkasten“ für Fragen zum geistigen Eigentum und Urheberrecht zu bieten (z.B. besseres Verständnis der geltenden Urheberrechte in der Schweiz, Verwendung von Creative Commons Lizenzen usw.).
  • Bereitschaft und Fähigkeiten der Urheber bei der Veröffentlichung von Ressourcen zu fördern (Open Educational Resources).

Im Projekt wurden drei Seminare mit ausgewiesenen Experten im Urheberrecht durchgeführt (am 11.11.2010 in Genf, am 16.12.2010 in Lugano und am 18.03.2011 in Zürich).

Derzeit ist auf der Website ein Handbuch mit den wichtigsten Informationen zum Urheberrecht im Kontext von Unterricht und Lehre in vier Sprachen (Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch) aufgeschaltet. Zusätzlich werden Fallbeispiele in einem Online-Kurs aufgeschaltet, die man selbstständig durcharbeiten kann.

Hier können Sie das Handbuch auf deutsch herunterladen.

Derzeit ist geplant ein Service Center aufzubauen, das Seminare und Webinars sowie eine jährliche Konferenz zum Thema Urheberrecht organisiert und durchführt. Zusätzlich möchte man eine Online Community für den Austausch von Fragen und Antworten betreiben.

Aktuelle Neuigkeiten zum Projekt und den verfügbaren Ressourcen finden Sie unter http://www.diceproject.ch.