IFeL blog

Structure, Dialogue and Autonomy


Leave a comment

Blended Moocs

An der San Jose State University im Silicon Valley und an anderen Hochschulen sind Pilotprogramme mit Blended Modulen, einer Kombination von lokalem Unterricht mit eigenen Dozierenden und speziell adaptiertem MOOC-Material des M.I.T., gestartet worden. In der Folge wurden auch die Vorlesungen zu Studienbetreuung in Kleingruppen umgearbeitet. In einem Artikel der New York Times wird zusammen gefasst:

Die Resultate waren eindrücklich, 91% der Studierenden in den Blended Modulen bestanden die Prüfung, verglichen mit 59% im traditionellen Kurs.
“The results were striking: 91 percent of those in the blended section passed, compared with 59 percent in the traditional class.”

Das ist Fakor 1.5. Wir können hier mit offenem Mund eine Verbesserung in der Studienleistung beobachten, welche bisherige, kombinierte Anstrengungen im didaktischen Support alt aussehen lassen (wie wir in der Schweiz sagen). Der Einsatz von MOOC-Material scheint den Dreh zu schaffen, dass die Studierenden tatsächlich individuell und in ihrem eigenen Rhythmus dem Lehr-Vortrag folgen und mitdenken – ohne methodischen Overload. Allerdings betreut von Dozierenden, die nun Zeit haben, mit den Studierenden an kleinen Projekten zu arbeiten. In einem anderen Projekt sogar rund um die Uhr (!) betreut von Online Mentor/innen. Das ganze wurde in zwei, drei Monaten auf die Beine gestellt in einer Zusammenarbeit von West- und Ost-Küsten-Unis. Die Projektleiter beobachten die Resultate mit dem Auge des empirischen Wissenschaftlers (und des Unternehmers). Wenn es gut funktioniert, wird es ausgeweitet.

Unbedingt lesenswert der Artikel. Können wir das mal nachmachen?

Advertisements


Leave a comment

Wie haben Sie das gemacht, Ms. Mooc?

Die drei Mooc-Geschwister sind auf Europa-Tournee und wir hatten Gelegenheit zu einem Interview. Wir wollten von ihnen wissen, ob sie ihre innovativen Ideen auch für unseren Alltag empfehlen können. Structure, Dialogue und Autonomy Mooc sind derzeit weltweit in allen Medien, nur aufgrund guter Beziehungen konnten wir die Drei für ein Gespräch im Zürcher Clouds gewinnen.

Clouds, Prime Tower, Zürich

Radio IFeL: Ms. Mooc, Sie und Ihre Geschwister haben „offene“ Online-Kurse propagiert und selber durchgeführt. Offen heisst zunächst einmal frei zugänglich im Web, es kann aber auch jedes Mal neu eine bestimmte Kursform gewählt werden. Sie selbst haben aber festgehalten, dass Sie viel Wert auf das Format eines Kurses legen. Könnten Sie uns diesen Widerspruch erklären?

Structure Mooc: Das ist für mich kein Widerspruch, sondern selbstverständlich: Sobald einmal festgelegt, sind die Abmachungen in einem Kurs verbindlich für alle Beteiligten. Ich bin überzeugt, dass klare Orientierung und Verbindlichkeit die entscheidenden Elemente fürs Lernen, vor allem fürs gemeinsame Lernen, sind und dies umfasst die Kursform, den Aufbau, die Rhythmisierung usw.

IFeL: Für Sie, Mr. Dialogue Mooc, ist umgekehrt die Lehrperson das Wichtigste in so einem Kurs?

Dialogue Mooc: Oh ja, die Lehrpersonen sind für mich ein zentraler Teil des ganzen Online-Angebots, so wie übrigens auch ein zentraler Teil eines ganz bodenständigen Lehrangebots. Eine Lehrperson steht nicht alleine in der Wüste und predigt, sondern sie ist Teil einer Inszenierung, sie muss gefasst werden, so wie eine Stimme unterstützt wird durch Instrumente, ein ganzes Orchester, dann trägt sie der Rundfunk in alle Welt hinaus.

Autonomy Mooc: Wenn ich dazu etwas einwenden darf. Mein Bruder lässt sich da jeweils über eine Klippe in den Abgrund treiben. Lernen ist denn doch einiges komplexer als Senden und Empfangen. Sorry, dass ich das zu einem Radio-Macher sagen muss.

IFeL: Kein Problem. Sie, Ms. Autonomy Mooc, sind als jüngste Schwester so etwas wie der Publikumsliebling geworden, wenn ich all die Berichte zu Ihren Ideen überblicke. Wie ist es dazu gekommen?

A.M.: Nun, mein Name hat wohl etwas Verlockendes. Ich bin allerdings nicht so sicher, ob ich bei unserem Publikum beliebt bin, ich kann sehr anstrengend sein, auch für meine Fans. Mein Anliegen ist es, die Selbständigkeit der Lernenden zu fördern, ohne dass unser Projekt ins Laisser-faire kippt, und deshalb bin ich so weit mit meinem Bruder einig, auch Selbständigkeit muss wie eine Stimme erarbeitet und gefasst werden. Wie Sie sehen ist unser Rezept, dass wir immer wieder den Ausgleich untereinander suchen,

IFeL: Interessant, wie machen Sie dies denn bezüglich der Selbständigkeit im Lernen?

A.M.: Ich höre im Wort Selbständigkeit das Spannungsfeld „Konstanz und Veränderung“ anklingen, welches sich uns beim Lernen als Aufgabe stellt. Zusammen mit meiner Schwester arbeiten wir folglich daran, die Lernzeit so offen wie sinnvoll und so kontrolliert wie nötig zu gestalten.

IFeL: Vielen Dank an die Geschwister Mooc. Wir machen hier nach einer kurzen Werbepause weiter. Sie, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, können sich wie immer auf diesem Kanal mit Fragen einbringen. Bis gleich.


Leave a comment

Selber Lernen – Ein O zu wenig

In der Zeitung 20 Minuten steht es so:

Selber Lernen – Die Unterrichtsmethode «Selbst organisiertes Lernen» wird an allen Mittelschulen im Kanton Zürich offiziell eingeführt. So sollen Gymnasiasten lernen, Lernprozesse selber zu steuern, wie der Bildungsrat gestern mitteilte.

Es ist auffallend, wenn etwas über Lernmethoden in der Zeitung steht, und ich bin natürlich sogleich über den Titel gestolpert: Jetzt müssen sie eben selber lernen, oder Jetzt müssen die Armen auch noch selber lernen, – je nach dem über wen da gelacht werden soll – dieser Titel ist unfreiwillige Satire. Selber lernen, ja das müssen wir immer schon, sei es für die Schule, viele Wörterlisten, oder fürs Leben, mit sich und anderen einen Frieden zu finden.

Der neue, systemische Ansatz der Neuen Lernmethoden fällt völlig weg, wenn so geschrieben und gedacht wird. Ich habe schon mehrmals erlebt, dass unter dem Titel Selber Lernen anstatt Selbst organisiertes Lernen gegen eine zeitgemässe Unterstützung von Lernprozessen polemisiert wurde. Zu diesem Diskussionsfeld passt auch der Artikel Eintrichtern ist besser (!) in der NZZ am Sonntag. Siehe dazu den Beitrag von Max Woodtli auf seinem Blog: Ist eintrichtern wirklich besser ?.

Das Selbst Organisierte Lernen wird mein Thema sein in den nächsten Wochen in einem Selbstversuch als Teilnehmer eines MOOC oder Massive Open Online Course: http://howtomooc.org/. Ich will lernen, ob es nicht heissen sollte: Massively Organized Open Online Course – MOOOC.


Leave a comment

Trend-Analyse zum Online Lernen

Ein Blog-Posting unseres Kollegen an der SUPSI, Riccardo Mazza, hat mich nach Jahren wieder auf die Spur von Google Trends gebracht. Der Dienst bietet heute enorm mächtige Werkzeuge zur Analyse von Suchwörtern. Wir geben zwei Begriffe zum Vergleichen ein und erhalten sogleich eine Visualisierung über Zeit und Welt, wie häufig diese Begriffe gesucht wurden. Ich habe zuerst ein Beispiel zur Verdeutlichung gemacht, welches aktuell einleuchten wird (aufgefallen: die Parteifarben blau/demokratisch und rot/republikanisch passen genau – vielleicht sogar absichtlich – zu den Personen):

obama-romney

Fürs Online Lernen können wir ebenso interessante Trends heraus lesen. Vergleichen wir, wie viel in den letzten Jahren nach eLearning und Mobile Learning und Moodle gesucht wurde, so sehen wir sofort die Bedeutung, die ein so bekanntes Open Source Projekt wie Moodle in diesen Jahren gewonnen hat:

moodle vs. eLearning
Auch wenn diese Suche auf einzelne Länder wie die Schweiz eingeschränkt wird ergeben sich ähnliche Bilder. Wonach wir auch suchen, die Muster wiederholen sich in den Regionen und weltweit als eindrückliches Beispiel für die Macht der Statistik – und die Macht von Google.


Leave a comment

Learning objectives and Wittgenstein’s list

Recently, during a skiing holiday with friends they asked me to explain what I am doing in my job. And in the evening of that same day we had a friendly debate about what Wittgenstein’s impact on our time was. I spared no effort explaining and discussing, yet both questions are still open in my mind and a parallel between them has emerged.

In my job, among other things, I am convincing people about how useful learning objectives are by providing a pre-concept of the expected competences. A learning objective should offer orientation within the complex process of learning, a push of common language for future conceptualisation and at the same time a conceptual playpen for the first practical experiences. It should also mark the starting point for reflexion: how well is my learning process working, is it on target?

But, unfortunately, at first sight any set of learning objectives looks like a list of errands to work through one by one, therefore people tend to take it as a shopping list of things to put into the head of a learner.

Thinking about this, I remembered Wittgenstein’s attempt to solve «the» philosophical question with one sophisticated list. He wrote a book of 75 pages containing 7 numbered propositions, with various sub-levels (1, 1.1, 1.11):

  • The world is all that is the case.
  • What is the case—a fact—is the existence of states of affairs.
  • Whereof one cannot speak, thereof one must be silent. (Tractatus Logico-Philosophicus)

His important contribution followed after this first book, though. He became the one philosopher to accept and show, that even his perfect list (or logical treatise) couldn’t solve the philosophical question. And he restarted his thinking about meaning and sense making in contexts of use within specific language-games.

Now this might be a little simplified for the sake of analogy, but we can make the step from list to language-game by thinking about a specific learning objective that evokes in a few words a future competence and its practical use in the professional world.

The complexity of such a language-game, lying beyond a professional field, should never be underestimated. By spelling out learning objectives, we hope to be helpful for learners, showing first steps into the complexity of professional skills.

To give an idea how the horizon of such a language-game may look like, I attach my draft of a grid of competences for self regulated learning. It cannot be read as a solution for the question of learning, but as a communicative outline for an open, common language for formulating learning objectives.

This draft will be discussed in the Eduhub Special Interest Group ePortfolio and in internal projects. And it will be used as an example for describing competences in the project MAGICC (Modularising Multilingual and Multicultural Academic Communication Competence www.magicc.eu.) by the project coordintor, Brigitte Forster Vosicki, of the University of Lausanne.

Attachment: Self Regulated Learning (SRL) – Grid of Competences


Leave a comment

Guidelines for ePortfolios

During the last week of January 2012 the SIG ePortfolio – myself together with 5 experts form 5 Swiss universities – worked on guidelines for ePortfolio.

Based in Basel for 5 days of concentrated writing and discussing, we have drafted papers for students, university teachers, technical staff and decision makers, always with an eye on our future readers. After some editorial work, these readers will be asked for feedback and first results will be published in summer.

Now why is an ePortfolio such a complex issue to explain? Basically in an ePortfolio, you will collect what you have learned and publish it for others. By doing so you will have to review things, rearrange your collection and rethink some of your thoughts, in brief, you will have to reflect. It is a very promising method for learning and assuring what you have learned, because reflection (meta-cognition) is a key success factor for learning.

But – to reflect seems to be one of the verbs without an imperative form, like love, dream, read… listed by Daniel Pennac in «Reads like a Novel». Go on and try it: reflect! – Right, it is impossible to do it like that. – Therefore we have methods like ePortfolio work, involving everyone in a complex and entangling learning process and just like everything, that is more complex than a simple imperative, this needs explanation, introduction and care.

There is another reason for the complexity of ePortfolio work. It is a deliberate crossover of different professional domains: science, education, design and many other professions, web publishing and the internet community. Words like «selecting, publishing…» are triggering quite different thoughts within professionals of these domains.

Many reasons to work on guidelines. We will be looking for community feedback – soon also on this blog.

See also my presentation about ePortfolio work on slideshare.


Leave a comment

Coding – the new Latin

Good news from the BBC, in British schools ICT will be replaced by a creative computer science educational programme. To quote the education secretary: «Instead of children bored out of their minds being taught how to use Word or Excel by bored teachers, we could have 11-year-olds able to write simple 2D computer animation». Harsh language of the politician and yes, the article has received a thousand comments on the first day, obviously a controversial issue – and the quality of the discussion would be far better, if all contributors had been through such a computer science programme.

The decision seems to be based on last year’s Next Gen report by Ian Livingstone and Alex Hope, which highlighted the poor quality of computer teaching in schools and was promoted with a great slogan: «Coding is the new Latin». Mr Livingston says: «Children are being forced to learn how to use applications, rather than to make them. They are becoming slaves to the user interface and are totally bored by it.» We are glad to see this so called «seismic shift in computer education». Anyone who has ever taught coding knows, how much good this does for understanding the «wicked ways» of computers and the like.

Yet there is more to it. The slogan Coding – the new Latin invites to reflect on «Coding» as a cultural technique, just as we used to think about and argue for «Latin» in schools. The following list may help with this. I wrote it in German some years ago and translated it in today’s context.

It parallels some thoughts about Latin and Coding as cultural techniques – an opportunity to reflect on the intricate ways of societies and the like.

Latin Coding (and ICT)
1 We need to know, how to navigate in a historical sphere. 0 We need to know, how to navigate in a digital data sphere.
2 We need to understand that there was culture before us. The dimension of history (how long ago, what constellations…) leads to another understanding of our present world. 1 We need to understand that a long history led to the solutions we are working with today (and a vast history of communication cultures).
3 Another language, another history can’t be completely recovered or envisioned. 2 The infinite amount of data out there can’t be envisioned (nor recovered).
4 There are streaks of a common history. Latin was the lingua franca of science. 3 There are streaks of a common information society. English is the basic common language of the information age.
5 Language has a history.
The continuity of the historical and linguistic tradition is problematic, also because of destroyed sources, linguistic change and the many wrong but naturalised translations.
4 Computer Technology has a history.
It is changing so fast, that it threatens its own achievements (efficiency, potential of identical copies…) by producing new and different versions, interfaces etc.
6 Every statement is linguistically structured; the real world is filtered through this language filter. 5 Everything mediated by media is linguistically structured; the medium is itself an important momentum of its message.
7 All texts must be read and interpreted (hermeneutics). Every reading gives a text a new and up-to-date meaning. 6 All data must be read and interpreted (media literacy). Data don’t imply that two readers might understand the same. Media processing adds another dimension to this.
8 Language is both use and formalisms. (parole – langue). 7 In digital data spheres, orientation works analogous to language.
Media are structured like languages.
9 Grammar is a structure behind language that helps to make languages work. 8 Design-laws are structures behind media language. They help to make media language (and interfaces…) work.
10 Language works only with a (more or less) correct syntax and the proper use of words. 9 Software works only with a correct code-syntax and based on the precision of the solution.

Lets end with some good wishes: May the new curriculum be cool for the children and constructiv for the teachers. And may more and more politicians follow the exemple of the Britisch education secretary and also New York Mayor Michael Bloomberg, who takes a coding course – which is another sign that the times are moving on and certainly good for the quality of political contributions. We were surprised though to read, that participants in the course receive an interactive lesson each week, by email.

May that course grow from mail to moodle or a similar environment, into a full-blown distant-learning adventure based on some didactics beside all the tech, we’d be glad to help with ideas.