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Structure, Dialogue and Autonomy

Tablet Didactics III: Rezeptives vs. produktives Lernen

4 Comments

Der schnelle Zugang zu Informationen und Plattformen durch Tablets könnte dazu verleiten anzunehmen, dass deren Einsatz im Unterricht zu mehr produktivem oder anders gesagt konstruktivem Lernen führen. Unter anderen beschäftigte uns diese Frage im Rahmen eines Pilotversuchs an der Fernfachhochschule  Schweiz mit über 60 Studierenden. Auf die Frage, wie oft Sie das Tablet für welche Lernaktivitäten verwendet haben, ergab sich eine interessante Verteilung:

Teilt man die in der Grafik aufgeführten Aktivitäten in rezeptive (passive) und produktive (aktive) Lerntätigkeiten ein, so ist es im Falle unserer Stichprobe so, dass mehrheitlich, von den Studierenden rezeptive Lerntätigkeiten ausgeführt wurden. Wenn aktive Tätigkeiten ausgeführt wurden, handelt es sich einfach Produktionen wie z.B. Notizen erstellen. Es stellt sich natürlich hier die Frage, ob dies eher curricular bedingt ist, die Geräte immer noch zu hohe Hürden für produktive Lernaktivitäten darstellen oder ob es an der Motivation und allenfalls Medienkompetenz der Studierenden fehlt?

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Author: Per Bergamin

I'm researcher at the Swiss University Applied Sciences in the areas of self-regultated, adaptive learning and mobile learning as well as e-reading, learning and usability. I like sports such as handball, basketball and running. But there are also some song and book writers that inspired me ;-))

4 thoughts on “Tablet Didactics III: Rezeptives vs. produktives Lernen

  1. Ein interessanter Datensatz! Eine weitere Hypothese der (noch) eher geringen Nutzung von portablen Geräten für aktive Lernprozesse könnte folgende sein: Tablets werden zurzeit noch hauptsächlich als Unterhaltungsmedium zur Befriedigung persönlicher Bedürfnisse betrachtet (Soziale Netzwerke, Abrufen von Informationen fern von schulischen Inhalten). Der individuelle Nutzungszweck, der den Geräten zugeschrieben wird, beschränkt sich auf den privaten Bereich. Dies wird sich aller Voraussicht nach in naher Zukunft ändern, wenn solche Endgeräte den schulischen Alltag mehr und mehr durchdringen.

    • Ja, das ist eine interessante Hypothese. Dazu passt, dass vereinzelte Studierende gefragt haben, ob man mehrere Profile einstellen kann. Viele Personen versuchen nun auf den sozialen Plattformen zwischen “Privatem” und “Beruflichem” zu trennen. eine Problematik ist, dass dies zur Zeit nicht geht. Grundsätzlich denke ich, dass im Kontext des Lernen und gerade beim E-Learning produktive Strategien zu kurz kommen. Z.B. werden kollaborative Lernstrategien die Dokumente produzieren bei vielen Lernenden selten genutzt. Wir versuchen entsprechenden Scaffolds (also Umgebungen oder Übungen) aufzubauen, welche gerade dies fördern. Allerdings sehen wir auch, dass viele Lernende bei fakultativen Aufgabenstellungen, diese als zu aufwendig beurteilen. Ich frage mich immer wieder, wie könnte man hier die entsprechende Motivation fördern?

  2. Eine Interessante Befragung. Ich bin nicht sicher, ob sich Tablets im produktiven Lernen viel weiter verbreiten werden. Ich habe einige Studierende mit Tablets im Unterricht, die darauf Termine und Notizen verwalten und es vor allem als Nachschlagewerk und Lesegerät verwenden.
    In einem Artikel in Spiegel wird von deinem Gymnasium in Dänemark berichtet, das die iPads gegen Laptops eingetauscht hat: http://www.spiegel.de/schulspiegel/daenemark-digital-am-orestad-gymnasium-wird-ohne-papier-unterrichtet-a-858526.html

    • Ich denke, die Frage der Weiterverbereitung der mobilen Geräte für produktives Lernen ist in der Tat noch nicht entschieden. Man müsste hier noch genauer hinschauen, für welche Lernaktivitäten sie sich gut eigenen und für welche nicht. Wir sehen momentan bei den Tablets im Gegensatz zum Laptop Vorteile beim (aktiven) Lesen, bei Sprachaufnahmen, dem Filmen und bei Verbindung zu sozialen Aktivitäten. Beim Schreiben, der Bildverarbeitung und Programmieren etc. liegen die Vorteile beim Laptop. Es wird spannend sein, wie sich die Applikationen und die Akzeptanz durch die Nutzer weiterentwickeln. Vielleicht kennt jemand ja Studien in diese Richtung?

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