Tablet Didactics II: Zugang und Lernen?
Posted: 26. April 2012 Filed under: Didaktik Leave a comment »Tablet-Computer sollen ja aufgrund ihrer guten Bedienbarkeit und vor allem aufgrund des einfachen und schnellen Zugangs zu Informationen das Lernen fördern. Diese Hypothese wird heute oft wiederholt. Die Frage ist, was einfacher und schneller Zugang bedeutet? Bezieht sich das eher auf die Gerätefunktionen und weniger auf Lernfunktionen?
In der Tat ist das Aufstarten von Tablets schneller als bei Laptops, von „Aus“ bis arbeitsfähig ohnehin, meist aber von Ruhezustand bis arbeitsfähig dank längerer Batterielaufzeit. Auch die Software ist meist schnell gestartet und eindeutige Vorteile bestehen bei Kauf- und Installationsprozessen, wenn man iTunes-Store & Co. nutzt. Komplizierter wird es schon, wenn Dateien archivieren, teilen und wiedernutzen ansteht: iCloud, Dropbox, Teamdrive etc. bieten Hilfe, allerdings verliert sich in diesem Feld der Vorsprung des Tablets gegenüber dem Laptop.
Zudem besteht eine grundlegendere Problematik darin, dass Informationen verarbeiten, nicht gleich Lernen ist. Der Zugang zu guten Lernmaterialien ist noch rar, besonders wenn wir formale Bildungskontexte und deren obligatorische Literatur einbeziehen. Hier gibt es aber vielversprechende Anzeichen, dass sich die Situation rasch bessert. Mehr dazu aber später in diesem Blog.
Vorher beschäftigen mich zwei andere Fragen im Lernkontext, sie bilden quasi eine Voraussetzung um Lernen mit entsprechenden Devices neuester Generation überhaupt zu fördern:
- Ist die Usability von Tablets so gut, dass die Studierenden keine Probleme haben, sie im Lernkontext zu nutzen?
- Und die von unseren Studierenden gewünschten Lehrtexte, können diese auf dem Tablet gelesen werden?
Unsere Evaluationsstudie mit Studierenden hat gezeigt, dass zwei Drittel keine/kaum Probleme mit der Bedienung der Tablets hatte und ein Drittel einige/viele Probleme. Interessant daran ist, dass ganze 70% der Informatikstudierenden im Feld keine Einführung zu den im Studium verwendeten Apps wollte, während von den Wirtschaftsstudierenden umgekehrt ganze zwei Drittel eine solche Einführung wünschten. Spielt hier die Medien und Informatik-Kompetenz eine Rolle?
Beim Lesen von Lerntexten ist die Situation schon eindeutiger: Im Rahmen unserer entsprechenden Studien haben wir weitgehend gute Resultate fürs Lesen auf Tablets festgestellt.
Tablet Didactics I: Erwartungen ans mobile Lernen
Posted: 13. April 2012 Filed under: Didaktik 4 Comments »Immer mehr Projekte mit mobilen Tablet-Rechnern werden an Schulen und Hochschulen durchgeführt. Mobile Learning ist sicherlich ein Medienhype und deshalb auch eine gute Möglichkeit, sich als innovative Bildungsinstitution darzustellen. Ich denke allerdings, die Tablets haben eine gute Chance zur Normalität zu werden.
Im Rahmen eines Pilotversuchs an der Fernfachhochschule Schweiz mit über 60 Studierenden, welcher durch unser Institut für Fernstudien- und eLearningforschung (IFeL) begleitet wurde, haben wir in diesem Wintersemester gefragt, was die Erwartungen der Studierenden an mobile Geräte seien, welche Vorteile, welche Hindernisse fürs Lernen sie sich vorstellen. Die Ergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen; erwartet wurden:
- Lehrtexte 72%
- Übungen 68%
- Videos und Podcasts 68%
- Kommunikationsmöglichkeiten 50%
- Links zu Videos und Blogs 40%.
Eine Überraschung! Unsere Hypothese war gewesen, dass der einfache Zugang ohne Aufstartzeit oder Passworteingabe sowie die ständige Verfügbarkeit, die Erwartungen in Richtung Kommunikation, Disput und Austausch, also ein aktives, kollaboratives Lernverhalten leiten würde.
Mit den Lehrtexten, Übungen und Videos wurden von den Studierenden vor allem rezeptive, individuelle Lernverhalten genannt.
Ich frage mich nun, liegen dem Lernen eben gerade andere Verhaltensweisen und Funktionen zu Grunde als dem sonstigen sozialen Austausch? Und bevor ich weitere Erkenntnisse verbreite, nähme mich wunder, ob andere dieselbe Erfahrung gemacht haben?
Digitale Rechte für die Lehre: Ein Projekt
Posted: 21. April 2011 Filed under: Entwicklung Leave a comment »Das Projekt DICE (Digital Copyright in E-Learning) beschäftigt sich mit den Fragen rund um das Urheberrecht in der Lehre. Die Fernfachhochschule Schweiz bzw. das Institut für Fernstudien- und eLearningfoschung IFeL sind wesentlich am Projekt beteiligt.
Projektpartner sind:
- Università della Svizzera italiana (USI), Lugano
- Fernfachhochschule Schweiz (FFHS), Brig
- Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETHZ)
- Université de Genève (UNIGE)
DICE möchte Mitarbeiter und Dozenten der Schweizer Hochschulen bei der Verwaltung von Urheberrechten und digitalen Inhalten für eLearning unterstützen.
Die Ziele von DICE sind:
- Mitarbeiter und Dozenten an Schweizer Hochschulen auf das Urheberrecht im Zusammenhang mit digitalen Inhalten zu sensibilisieren; solide Grundkenntnisse zu vermitteln sowie Ängste abzubauen.
- Den Mitarbeitern und Dozenten einen „Werkzeugkasten“ für Fragen zum geistigen Eigentum und Urheberrecht zu bieten (z.B. besseres Verständnis der geltenden Urheberrechte in der Schweiz, Verwendung von Creative Commons Lizenzen usw.).
- Bereitschaft und Fähigkeiten der Urheber bei der Veröffentlichung von Ressourcen zu fördern (Open Educational Resources).
Im Projekt wurden drei Seminare mit ausgewiesenen Experten im Urheberrecht durchgeführt (am 11.11.2010 in Genf, am 16.12.2010 in Lugano und am 18.03.2011 in Zürich).
Derzeit ist auf der Website ein Handbuch mit den wichtigsten Informationen zum Urheberrecht im Kontext von Unterricht und Lehre in vier Sprachen (Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch) aufgeschaltet. Zusätzlich werden Fallbeispiele in einem Online-Kurs aufgeschaltet, die man selbstständig durcharbeiten kann.
Hier können Sie das Handbuch auf deutsch herunterladen.
Derzeit ist geplant ein Service Center aufzubauen, das Seminare und Webinars sowie eine jährliche Konferenz zum Thema Urheberrecht organisiert und durchführt. Zusätzlich möchte man eine Online Community für den Austausch von Fragen und Antworten betreiben.
Aktuelle Neuigkeiten zum Projekt und den verfügbaren Ressourcen finden Sie unter http://www.diceproject.ch.